Für Elise

Der Bürgermeister eines kleinen Bauerndorfes bekommt einen offiziellen Eilbrief: Der Besuch einer gewissen “Elise” wird angekündigt. Vielleicht eine Prinzessin? Das Dorf bereitet sich auf diesen Besuch vor, doch dann kommt alles anders als gedacht. … Am 27.04. wird Ludwig van Beethovens Für Elise, das wohl zu den bekanntesten Klavierstücken überhaupt zählt, 210 Jahre alt. Nach wie vor ist die Geschichte des Stückes rätselhaft. … In meinem neuen Märchen spielt Beethovens Stück eine besondere Rolle. Als Sprecher dabei sind Tabea Peitz, Oliver Geister und Stephan Voß. Das Märchenhörspiel wird am 26.04.2020 um 8:04 Uhr in der Sendung Klassik für Kinder im Kulturradio des RBB gesendet.

Neues Buch: Wenn Engel Plätzchen backen

Wenn ich in den roten Abendhimmel schaue, muss ich daran denken, was manmir dazu in der Kindheit erklärt hat: „Die Engel backen Plätzchen.“ Die Antwort habe ich immer mit der Dämmerung in Verbindung gebracht. Ich weiß noch, dass ich in der Kindheit tatsächlich eine Vorstellung dazu entwickelte, und dass diese Vorstellung ein Gefühl von Behaglichkeit in mir auslöste. Irgendwann wurde mir klar, dass die Antwort nicht wahr sein konnte. Trotzdem behielt ich das Bild in mir, und ich habe es stärker in Erinnerung als die „wahre“ Antwort, die der Physikunterricht geliefert hat. Ausgehend von der Frage, wie das wohl kommt, habe ich mich auf eine Spurensuche begeben, die mich in die Kulturgeschichte, die Philosophie, die Psychologie, die Literaturwissenschaft, die Pädagogik und viele andere Gebiete geführt hat. Im Kern dreht sich alles um das magische und das mythische Denken, das auch in Märchen und anderen Erzählformen eine große Rolle spielt.→ weiterlesen

Isolation

Die Coronavirus-Pandemie wird nicht nur als Gefahr für Leib und Leben wahrgenommen. Sie gilt auch als große existenzielle Bedrohung für Freiberufler, Wirtschaftsunternehmen und sogar für das Wirtschaftssystem insgesamt. Darüber hinaus hat sie auch große Auswirkungen auf die Lebensführung jedes einzelnen Menschen. Oft wird in diesem Zusammenhang von einem Gefühl der Isolation gesprochen. Isolation ist eine menschliche Erfahrung, die es in unterschiedlichsten Konstellation und graduellen Ausprägungen geben kann. Und: Isolation ist eine wichtige und häufig zum Tragen kommende Komponente des Handlungsrahmens von Erzählungen, vom Märchen bis zum Krimi. Ein paar Gedanken hierzu sind als PDF zusammengestellt: Isolation, eine Papierfliegerbotschaft (Download mit rechter Maustaste)

Die heilige Corona

Die heilige Corona (auch “Korona”) soll der Überlieferung nach im 2. Jahrhundert nach Christus in Kilikien, einer Region der heutigen Türkei gelebt haben. Christen wurden zu der Zeit verfolgt, vor allem durch die Römer. Im Jahr 177 soll der Legende nach der sich zum Christentum bekennende Soldat Victor von Damaskus gemartert und schließlich hingerichtet worden sein.

Durch den Bekennermut und die Standhaftigkeit Victors fühlte sich die 16-jährige Corona, Frau eines Soldaten, gestärkt und bekannte sich ebenfalls als Christin. Corona wurde auf Befehl des Stadthalters mit Seilen zwischen zwei nieder gebogenen Palmen gespannt. Als man die Palmwipfel zurückschnellen ließ, soll dadurch ihr Leib in Stücke gerissen worden sein.

Corona wurde heiliggesprochen, zählt allerdings nicht zu den bekanntesten Heiligen. Ihr Name geht wohl auf die Münzbezeichnung “corona” zurück (man kennt auch die Währungseinheit “Kronen” bzw. die britische “Crown”). Die heilige Corona ist wohl aus diesem Grund die Schutz­patronin der Geschäftsleute, früher auch die der Schatzsucher. Die Verehrung der heiligen Corona dient wie bei vielen Heiligen dem Bitten um Standhaftigkeit im Glauben. Dazu wird sie auch bei Bitten gegen Unwetter und Miss­ernte angerufen. Und dazu auch zur Abwendung von Seuchen.

Der Homeoffice-Arbeiter

Mein Blick ist vom Vorübergehn der Daten
So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Mir ist, als ob es tausend Daten gäbe
Und hinter tausend Daten keine Welt.

Mein weicher Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Office dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der “Coronakrise” steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Gedanken
Sich lautlos auf, dann geht die Hoffnung rein:
“Ach, noch gehöre ich nicht zu den Kranken
und wünsche mir, es könnt’ noch lang so sein!”

(frei nach Rilke)